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Schlagwort-Archive: Gesetze und Politiken

Pichler, Bernhard (2013): Sex als Arbeit: Prostitution als Tätigkeit im Sinne des Arbeitsrechts, diesserta Verlag. (Buch)

Dass Prostitution das älteste Gewerbe der Welt ist, gilt als allseits bekannt. Abhängig von sich ständig ändernden Moralvorstellungen der Gesellschaft, genießt dieses Gewerbe mal mehr, mal weniger Akzeptanz. Dass ein solch heikles Thema oft zum Polemisieren verleitet, zeigen verschiedene, oft sehr extreme Standpunkte, die sich nicht nur in Meinungen einzelner, sondern auch in Regelungsabsichten ganzer Staaten widerspiegeln. Prostitution wird dabei oft als notwendiges Übel angesehen ein Übel, bei dem die Hauptleidtragenden meist die Prostituierten selbst sind. Die wichtigste Frage ist, ob eine Anerkennung der Prostitution als legale und sozial anerkannte Möglichkeit seinen Lebensunterhalt zu verdienen eine reale Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Betroffenen mit sich bringt. In Deutschland wurden 2002 die rechtliche Gleichstellung von SexarbeiterInnen am Arbeitsmarkt und deren sozialversicherungsrechtliche Absicherung verankert. Damit wurde ein Paradigmenwechsel vollzogen, der die Frauen nicht mehr vor der Prostitution bewahren, sondern vielmehr Schutz in der Prostitution gewährleisten sollte ein Ziel, das sich auch in Österreich bald durchsetzen könnte.

Grenz, Sabine (2007): (Un)heimliche Lust. Über den Konsum sexueller Dienstleistungen, Wiesbaden.
(Google Books)

In dieser kulturgeschichtlichen und empirischen Studie wird der Konsum sexueller Dienstleistungen von Männern untersucht. Im Vordergrund steht dabei die Bearbeitung grundlegender Fragen der Prostitutionsdebatte, zum Beispiel darüber, ob Prostitution einen Beitrag zur sexuellen Freiheit leistet.
Rezensionen:

 

Pates, Rebecca (2012): Liberal Laws Juxtaposed with Rigid Control: an Analysis of the Logics of Governing Sex Work in Germany, in: Sexuality Research and Social Policy, Volume 9, Issue 3, pp 212-222.

Abstract

Three ways of governing sex work dominate the international debate: Prohibition, Non-Regulation, and Regulation. The German tradition has been long been regulatory. Sex work is permissible under certain conditions depending on the location (vicinity to schools and churches must be avoided), the registration (for taxation purposes), and the migratory status of the sex worker (illegal immigrants or tourists ought not to ply the streets). In addition, one has to be of a certain age, compos mentis, and engage in sex work using a certain amount of discretion. Otherwise, one moves into the realm of illegality. The regulatory measures traditionally aim at maintaining three public goods: public mores, public health, and public order. To these desiderata, the prostitution law of 2002 added a new public objective: labor rights for sex workers. The legislators’ intent was to remove stigma and improve working conditions. This law remains without much effect in practice. In this paper, I try to show why. First, the governments of the Länder refuse (or fail) to pass implementation guidelines. Second, the old logics of interference prevail at an institutional level. And third, individual administrators focus on paternalistic or punitive logics rather than on the guaranteeing of human rights.