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Schlagwort-Archive: Geschichte der Sexarbeit und Prostitution

Themenheft „Prostitution“ in Aus Politik und Zeitgeschichte – APuZ/bpb.de, 2013

Seit 2002 gilt in Deutschland eine der liberalsten Prostitutionsgesetzgebungen Europas. Obwohl das Gesetz zu einer Neubewertung der Prostitution führte und die rechtliche Situation von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern verbesserte, fällt die Bilanz gemischt aus. Eine Verbesserung der häufig inakzeptablen Arbeitsbedingungen von Prostituierten wurde bisher nicht im intendierten Maße erreicht. Bis heute gibt es weder eine Regulierung durch gewerberechtliche Auflagen noch regelmäßige Kontrollen von Prostitutionsbetrieben.

Die mediale Debatte wird häufig allein auf der moralischen Ebene geführt. Themenbereiche werden vermischt. Es gilt, in die Forschung zu Rahmenbedingungen, Alltag und Akteuren zu investieren, um eine sachliche Auseinandersetzung zu befördern, Prostitution aus der gesellschaftlichen Grauzone zu holen und Prostituierte besser zu schützen.

Die komplette Ausgabe des Heftes kann hier gelesen und heruntergeladen werden. 

Inhalt:

Grenz, Sabine/Lücke, Martin, 2006, Verhandlungen im Zwielicht. Momente der Prostitution in Geschichte und Gegenwart, Bielefeld: Transcript.
(Auszug)

In diesem interdisziplinärem Band versammelt sich ein Teil der derzeitigen europäischen Forschung zur Prostitution. Diese Forschung bemüht sich nicht länger um die Erkundung sexueller Devianzen, vielmehr geht sie davon aus, dass Prostitution in die jeweilige Gesellschaft und Kultur eingebettet ist. In den Beiträgen wird deutlich, wie das historisch gewachsene und geschlechtlich kodierte Wissen über Sexualität, aber auch über Geld, Handel, Raum oder Visualität auf die Prostitution und ihre jeweiligen Repräsentationen einwirkt und durch sie reproduziert wird.

Artikel und Rezensionen über das Buch:

http://www.fr-online.de/literatur/wie-der-sex-kaeuflich-wurde,1472266,3145748.html